Das bestätigte am Dienstagabend einmal mehr die November-Ausgabe der „MachBar“, zu der die Ehrenamtsagentur der Bürgerstiftung Weimar vier Vereine eingeladen hatte. Von Tierpflege über Musik bis zu einem Angebot für handwerklich Geschickte reichte das breite Spektrum, das Ehrenamtskoordinatorin Stefanie Lachmann einem interessierten Publikum in der Küche der VHS Weimar präsentieren konnte.
Yehudi Menuhin Live Music Now Weimar
Über Unterstützung freut sich zum Beispiel der Verein Yehudi Menuhin Live Music Now. „Musik ist nicht nur schön und macht Spaß, sondern Musik kann auch heilen und trösten“, unterstrich Beate Reiß. Und genau hier setzt die Philosophie des Vereins an: Musik wird zu Menschen gebracht, die selbst keine Konzerte besuchen können, zum Beispiel in Pflegeheime, Krankenhäuser, Hospize. Der Verein fördert Studierende der Hochschule für Musik Franz Liszt mit Stipendien, die Stipendiaten wiederum geben von der erfahrenen Unterstützung etwas zurück, indem sie in sozialen und caritativen Einrichtungen konzertieren.
Wer sich für den Verein ehrenamtlich engagieren möchte, kann es auf vielfältige Weise tun: Zum Beispiel als Konzertbetreuer, der die Stipendiaten zu den einzelnen Einrichtungen begleitet, bei der Organisation, bei der Einwerbung von Spenden, bei der Kontaktpflege mit Sponsoren. Ein weiteres Aufgabenfeld nannte Vorstandsmitglied Christine Kettnaker außerdem mit der Gestaltung der Website, des Corporate Design und dem Entwerfen von Plakaten (www.livemusicnow-weimar.de).
Musikbegleiter für Menschen mit Demenz
Weitere Anregungen ehrenamtlicher Mitarbeit für Musikfreunde gab die „Machbar“ mit einem Projekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Musik zu Menschen mit Demenz bringt wie Madeleine Helbig informierte. Wer sich bei dem Projekt als ehrenamtlicher Musikbegleiter einbringen will, wird in einer kostenfreien Schulung vorbereitet. Gemeinsam mit dem betagten Schützling wird dann dessen ganz persönliche „Playlist“ erstellt. Ob „Ännchen von Tharau“, „Jugendliebe“ oder „Dancing Queen“: Über Kopfhörer erleben die Demenzkranken die „Hitliste ihres Lebens“ und gewinnen wieder Zugang zu ihrer Lebensgeschichte. Einbezogen in das Projekt sind in Weimar bereits drei Pflegeheime.
Unverbindlich informieren können Interessierte sich nach Angaben von Madeleine Helbig zum Beispiel in einer Info-Austausch-Runde am 19. November, 17 Uhr, in der Heyge-Stiftung, Schubertstraße 27, in Weimar oder online via Zoom am 9. Dezember, 18 Uhr, und 14, Januar, 17 Uhr. Anmeldung unter musikprojekt@uni-jena.de. Weitere Infos: www.musik-demenz.de.
Stadttaubenhilfe Weimar e.V.
Am Beispiel der Stadttaube August erläuterte Lisa Grams die Aufgaben, welche sich Ehrenamtlichen im Verein Stadttaubenhilfe Weimar e.V. stellen. Der Täuberich war mit einer Mageninfektion auf dem Gehweg gefunden worden. Kaum genesen und wieder frei gelassen, griffen die Tierschützer ihn in der Weimarer Innenstadt in der Nähe einer Grundschule mit einer Schussverletzung wieder auf, berichtete Lisa Grams. Das Projektil saß an einer so ungünstigen Stelle, dass es einem Tierarzt in langer OP nicht gelang, es zu entfernen. „August“ lebt jetzt mit „Diabolo“ im Körper in einer Handicapvoliere.
Das Einsammeln verletzter Tiere, Betreuung der drei genehmigten Futterstellen und der drei Taubenschläge, Austausch der Eier gegen Attrappen, um die Population zu verringern, Stellen von Förderanträgen, Kommunikation mit Behörden: Ehrenamtlichen öffnet sich ein weites Betätigungsfeld. Lisa Grams nannte auch einige Zahlen: So wurden dieses Jahr 374 Tauben in Pflegestellen vermittelt, mehr als 10.000 Eier ausgetauscht, monatlich rund 300 Kilogramm Taubenkot entsorgt (E-Mail: Stadttaubenhilfe-Weimar@gmx.de)
Repair-Café Kabel + Faden
Wer handwerklich begabt ist oder gut mit Nadel und Faden umgehen kann, findet für sich vielleicht ein lohnendes Ehrenamt im Repair-Café Weimar an der Erfurter Straße 37a (Alte Feuerwache). Repariert werden kleine Elektrogeräte, Computer, Laptops und Handys, Fahrräder und Textilien, erläuterte Vorsitzender Stefan Doose. In Zukunft geplant ist sogar das Herstellen von Ersatzteilen im 3D-Drucker.
Geöffnet ist das Repair-Café an jedem 3. Samstag im Monat, das nächste Mal am 21. November von 13 bis 17 Uhr. Interessierte können sich ehrenamtlich einbringen zum Beispiel in der Organisation, bei Reparaturen, beim Kuchenbacken, bei der Betreuung von Social-Media-Kanälen. (www.kabel-und-faden.de).
Danke
Wir danken unseren lieben Ehrenamtlichen Christiane (Text und Bild) und Susanne (Veranstaltungsunterstützung, Fotos) für Ihren Einsatz!
Die nächste MachBar
findet am 2. März 2027 statt. Interessierte Einrichtungen, die sich vorstellen möchten, können sich ab sofort bei der EhrenamtsAgentur Weimar melden.
Gefördert von der Thüringer Ehrenamtsstiftung und dem Freistaat Thüringen.




