In diesem Jahr feiert Weimar den 150. Geburtstag von Margarethe Geibel, die im 20. Jahrhundert zu den bedeutendsten Künstlerinnen der Stadt zählte. Das Stadtmuseum Weimar widmet ihr noch bis Mitte August 2026 eine umfassende Werkschau.
Nun ist das Andenken an die Künstlerin und ihr Wirken auch im Stadtraum sichtbar. Am 23. Juli wurde die Gedenktafel für Margarethe Geibel am Haus An der Falkenburg 3 enthüllt.
Es sprachen Ralf Kirsten (Bürgermeister der Stadt Weimar), Katrin Katzung (Margarethe-Geibel-Fonds der Bürgerstiftung Weimar), Prof. Dr. Christian Hecht (Stadtmuseum Weimar) und Dipl.-Museologin (FH) Uta Junglas (Stadtmuseum Weimar).
Zur Künstlerin
Geboren 1876 am Frauenplan – unmittelbar neben dem Goethehaus – wuchs Margarethe Geibel in einem kunstnahen Umfeld auf. Ihr Vater Casimir Geibel war als Maler mit der Weimarer Kunstszene eng verbunden. Früh begann sie, sich intensiv mit der Druckgrafik auseinanderzusetzen.
Nach ihrer Rückkehr nach Weimar entdeckte Margarethe Geibel den Farbholzschnitt für sich und entwickelte eine eigene Bildsprache, die traditionelle Handwerkskunst mit den modernen Strömungen ihrer Zeit verband. Inspiriert von japanischen Farbholzschnitten schuf sie Werke von außergewöhnlicher atmosphärischer Dichte.
Besonders bekannt wurde Geibel durch ihre eindrucksvollen Darstellungen der Innenräume des Weimarer Goethehauses. Heute gelten Margarethe Geibels Farbholzschnitte insbesondere als einzigartige Zeugnisse des alten Weimar. Sie bewahren das Bild der Stadt und ihrer Erinnerungsorte, gesehen mit den Augen einer Künstlerin, die mit großer Sensibilität Tradition und Moderne verbunden hat.
Der Fonds
Der Name der Künstlerin ist in Weimar nicht vergessen: Der „Margarethe-Geibel-Fonds“ der Bürgerstiftung Weimar hilft in Weimar lebenden Künstlerinnen durch Unterstützung bei der Ausübung ihrer künstlerischen Tätigkeit. Außerdem ermöglicht der Fonds Frauen, Mädchen und benachteiligten Menschen den Zugang zu Kunst und Kultur.
Dorothea Schmeißner-Lösch, direkte Nachfahrin der Künstlerin und Initiatorin des Spendenfonds unter dem Dach der Bürgerstiftung, war zum Festakt aus Nürnberg angereist und beantwortete viele interessierte Fragen der Gäste zu ihrer Großtante und deren Lebensort.




