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Weimarer Ferienpass am Limit angekommen

Insgesamt 24 Angebote bringen in diesem Sommer für Kinder und Jugendliche Abwechslung vor der Haustür.

Der Verein Camsin um Evelyn Franke (2. von links) war in diesem Jahr Gastgeber der Dankeschön-Veranstaltung für die Unterstützer des Weimarer Ferienpasses. (Foto: Susanne Seide)


Weimar. Mit 24 Angeboten von 14 Trägern ist der Weimarer Ferienpass von der Organisation und der Finanzierung her am Limit angelangt. Das Sagte Ulla Hengst von der IG Papiergraben zur diesjährigen Auflage. Der Verein ist einer der Träger des Angebotes, das 2004 entstand, damit Kinder aus sozial schwachen Familien in den Sommerferien eine tolle Zeit verleben können, auch wenn sie sich keine Urlaubsfahrt erlauben können.

Pünktlich am letzten Ferientag gehen die Angebote am Freitag zu Ende – mit einer ausgebuchten Schlauchboot-Tour. Wie überhaupt fast alle Workshops, Kurse & Co, für die es 179 Anmeldungen gegeben hatte. Für rund 30 Prozent erhielten Eltern eine Ermäßigung, konstant etwa vier Prozent der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind körperlich oder geistig eingeschränkt, was den inklusiven Charakter des Freipasses unterstreicht.

Etwa 28.000 Euro haben die Angebote gekostet, davon kommen maximal 5000 Euro aus den Teilnahmebeiträgen, berichtete Ulla Hengst beim Dankeschön-Treffen für die Unterstützer und Sponsoren des Ferienpasses auf dem Gelände des Vereins Camsin. Ebenso, dass in diesem Jahr pandemiebedingt die Anmeldungen sehr schleppend liefen, es aber viele kurzfristige Nachfragen hab, als sicher war, dass die Angebote stattfinden können. Nur eines fiel aus: für die digitale Schnitzeljagd gab es zu wenig Nachfrage. Warum, darüber konnte Ulla Hengst nur spekulieren. Vielleicht, weil Eltern nicht wollen, dass ihre Kinder in den Ferien zu viel Zeit mit Technik verbringen.

Das würde auch erklären, warum die Camps beim Verein Camsin auf der Marienhöhe stets ausgebucht sind. Natur pur auf 30 Hektar Fläche; Pferde, Rinder, Esel, Schafe, Ziegen, Hunde und Kleintiere umsorgt der Verein um Evelyn Franke. Sie war bereits beim ersten Ferienpass dabei, als es den Verein noch nicht gab, und brachte ihre Pferde seinerzeit noch zum Papiergraben.

Auf der Marienhöhe, wo sonst vor allem Erwachsene sehr wirkungsvolle tiergestützte Therapien erfahren, finden traditionell zwei Durchgänge des Camps statt. „Für Stadtkinder ist es ein echtes Highlight, ein einmaliges Angebot, das es in Weimar nicht gibt“, erklärte Petra Zimmer von der IG Papiergraben das Geheimnis des Erfolges.

Allen Ferienpass-Organisatoren, darunter die Kinderbeauftragte Sina Solaß, zollte Steven Kaufmann von der GWG Respekt, die zum Sponsorenpool gehört. „Ich sage Danke für das Projekt. Es ist großartig für Kinder, gerade auch jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie“, betonte er.

Quelle: TLZ, Susanne Seide, 31.8.21