Zwillinge brauchen ein Bett

Die Bürgerstiftung Weimar sucht einen Paten, der eine alleinerziehende Mutter unterstützt

Für eine alleinerziehende Mutter und ihre Zwillingssöhne bitten die Bürgerstiftung Weimar und die TLZ ihre Leser um Hilfe. Gesucht wird jemand, der ein Kleinkinderbett finanzieren kann.

Kindern sozial benachteiligter Eltern aus Weimar konnte zuletzt die Teilnahme an der Klassenfahrt gesichert oder zum Akkordeon-Unterricht verholfen werden. Entsprechende Hilferufe gehen immer wieder bei der Bürgerstiftung Weimar ein. Diesmal hat sich die 32-jährige Silke K.* in der Teichgasse gemeldet. Die gelernte Einzelhandelskauffrau brachte vor drei Jahren Zwillinge zur Welt. Inzwischen bekommt sie kein Elterngeld mehr und lebt mit ihren Söhnen von Hartz IV. Der Vater des Kindes trägt nichts zum Unterhalt bei, das Jugendamt zahlt einen Vorschuss. Von familiärer Unterstützung kann sie auch sonst nur träumen.

Die kleinen Zwillinge haben bislang in Holzgitterbettchen geschlafen, die sich auf die Dauer als nicht besonders stabil erwiesen. Aus denen sind die Jungs zudem regelmäßig zueinander gekrabbelt. „Die beiden schlafen immer zusammen“, berichtet die Mutter. Lange hat sie deshalb nach einem geeigneten Bett gesucht, das wenigstens 1,40 Meter breit ist. Inzwischen fand sie genau das, was sie sich vorgestellt hatte. Jemand kann es gebraucht abgeben für 100 Euro. Fehlt nur noch die Matratze, die allerdings antiallergische Qualitäten aufweisen muss. Die Kinder sind nämlich durch ihre Mutter vorbelastet: Silke K. ist allergisch „gegen alles, was man so haben kann“. Angefangen von Hausstaub und Milben bis zu allem möglichen, was blüht bzw. kreucht und fleucht. Auch bei der Matratze ist die junge Frau fündig geworden: bei einem Internet-Auktionshaus für 99 Euro. Über die Bürgerstiftung wird nun ein Pate gesucht, der insgesamt 200 Euro für das neue Bett aufbringen kann.

Dieser Tage ist die Mutter mit ihren Söhnen zu Hause. Jahreszeitlich bedingt, hatten sich beide im Kindergarten Erkältungen zugezogen. Silke K. will sich um neue Arbeit kümmern. In ihrem alten Beruf sieht sie dafür allerdings eher schlechte Chancen. „Kaum einer stellt jemanden nur für die Vormittage ein.“ Silke K. kennt sich aber auch mit Büroarbeiten aus und ist eigentlich guten Mutes, bald wieder arbeiten zu können.