Starke Unternehmerin (5): Katrin Katzung arbeitet am Schreibtisch und auf der Baustelle

Erfurt. Katrin Katzung aus Weimar bewirbt sich um den Emily-Roebling-Preis 2013.

Katrin Katzung führt seit 22 Jahren das Ingenieurbüro. Foto: Marco Kneise

Im Büro trägt sie einen eleganten Blazer und steigt so auch in das Auto, wenn sie zu einer Baustelle aufbricht. Dort ist sie in null Komma nichts die Frau in Gummistiefeln, Wetterjacke und Signalweste. So leuchtet sie zwischen den kräftigen Männern vom Bau, was Katrin Katzung (46) nicht wirklich nötig hat. Sie ist geachtet, wo sie hinkommt. Es ist eine selbstverständliche Achtung, erarbeitet in über 20 Jahren oft genug bei Auftraggebern, die damals dem Ingenieurbüro Katzung vertrauten und es noch immer tun.

Katrin Katzung hat das Büro gemeinsam mit ihrem Mann 1991 gegründet. Sie arbeiten vor allem im Straßenbau, für Abwasser- und Wasseranlagen in Städten und Gemeinden, etwa in Weimar, Mellingen, und im Altenburger Land, wo das Ingenieurbüro mittlerweile eine Niederlassung hat. Sie planen und betreuen komplexe Bauvorhaben in Thüringen. Die Spanne der Aufträge reicht von Investitionssummen bei 50.000 Euro bis zu mehr als einer Million Euro.

Katrin Katzung ist in diese Arbeit hinein gewachsen. Sie achtet darauf, dass, was zu tun ist, klug verteilt wird, dass Wichtiges von Unwichtigem getrennt wird, an jedem Tag neu, wenn es sein muss, damit die Projekte voran kommen. Neun Mitarbeiter hat das Büro, von dem sie sagt, dass es wie ein Uhrwerk läuft.

Das ist der Hintergrund. Im Vordergrund stehen die Auftraggeber. Katrin Katzung denkt immer daran, dass sie für Menschen baut. Selbst beim kleineren Abwasserprojekt sind Anwohner betroffen, die zahlen müssen. Auf deren Geldbeutel achtet sie genau - und das wird wohlwollend bemerkt.

Katrin Katzung möchte in einem Umfeld leben, in dem gegenseitige Unterstützung zum Alltag gehört. Daher hat sie in Weimar bereits damit begonnen. Elf Jahre lang war sie Schatzmeisterin im Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums. Dann wollte sie etwas anderes tun. Passenderweise suchte die Bürgerstiftung Weimar, in der sie schon mehrere Jahre Stifterin ist, Zuwachs im Vorstand.

Dort betreut sie seit 2010 die gefragte Ehrenamtsagentur der Stadt. Sie organisiert außerdem Veranstaltungen, um die Stifter zusammenzubringen, wirbt um Spenden, hält die Verbindung zu anderen Vereinen der Stadt und ist auf einen regen Austausch bedacht - getreu dem Leitspruch von Goethe: Alles Gute, was geschieht, wirkt nicht einzeln.

Daher betreut sie als Mentorin eine jüngere Frau, die sich in der Arbeitswelt durchsetzen möchte und guten Rat gut gebrauchen kann.

Sie sprechen über Probleme und trainieren, wenn es sein muss, für bestimmte Situationen. In der Weimarer Kunstgesellschaft und im Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums ist Katrin Katzung dann wieder näher bei der Kultur und doch auch hier, wie in allen ihren Projekten direkt bei sich.

In diesem Jahr bewirbt sich Katrin Katzung für den Emily-Roebling-Preis. Mit ihm werden Thüringer Unternehmerinnen für besondere Leistungen ausgezeichnet.

Ute Rang / 17.04.13 / TA