Neue Rettungsboot-Anker

Verdoppelt hat sich seit dem Start der Rettungsboot-Aktion vor gut einem Jahr die Zahl der Mitstreiter.

Weimar. An nunmehr 41 Weimarer Geschäften und Einrichtungen signalisiert der bunte Rettungsboot-Aufkleber mit Ente und Jolle: Hier finden Kinder und Jugendliche in Notsituationen Hilfe. Zuletzt konnte Janna de Rudder vom Kriminalpräventiven Rat per Rundschreiben an knapp 40 Friseursalons in Weimar im ersten Anlauf drei Betreiber von der Idee überzeugen. Angestoßen hatte dies die Masson-Kette, die selbst in vier Geschäften die runden Aufkleber anbringen ließ.

 

Große Überzeugungsarbeit musste Janna de Rudder bei Katja Schier nicht leisten, die am Freitag den Rettungsboot-Aufkleber und die kleine Kiste mit Erste-Hilfe-Material in Empfang nahm. Die Friseurmeisterin, Besitzerin des Salons "Feenhaar" in der Vorwerksgasse, erfuhr selbst bereits Hilfe aus der Holzbox: Beim Besuch ihrer Freundin Bettina Jörgensen in deren Moccarot-Keramikatelier in der Marktstraße benötigte die Friseurin ein Pflaster. Und Bettina Jörgensen verarztete sie mit einem aus der kleinen Rettungsboot-Kiste, die sie als eine der ersten Unterstützerinnen am 3. Juni 2009 erhalten hatte. Katja Schier steht auch deshalb uneingeschränkt hinter der Idee, weil sie einen achtjährigen Sohn hat und froh ist, dass er im Notfall so viele Anlaufstellen finden würde.

 

Spontan angeschlossen hat sich auch Petra Kaiser mit ihrem Friseursalon in der Puschkinstraße. Als der Brief vom Kriminalpräventiven Rat ankam, war sie sich mit ihren Mitarbeiterinnen Yvonne Grubert, Mutter eines neunjährigen Kindes, und Heidi Roggow sofort einig: "Das ist eine tolle Sache, die unterstützen wir." Petra Kaiser dachte dabei sofort an ihre Enkelkinder, Heidi Roggow an ihre Tochter, die Sonderschulpädagogin werden will und von der Idee ebenso begeistert war. Neue Unterstützerinnen der Aktion sind ferner Ankes Haarstudio in Schöndorf An der großen Wiese und das Haar-Studio im Art-Hotel.

 

Das A und O für das Ziel, Kindern in Not über die auffälligen Aufkleber einen geschützten Raum, ein Telefon zum Anrufen oder Hilfe bei der Orientierung in der Stadt zu geben, ist die Information der Kinder selbst. Was über Horte und Grundschulen bestens klappt, soll nun auch im Sinne von Kindern ausgebaut werden, die nur zu Besuch in der Stadt sind. Dazu will Janna de Rudder Hotels und Pensionen bitten, das Info-Material zum Rettungsboot auszulegen und den Touristen nahe zu bringen.

 

Hauptsponsor des Projektes ist die Bürgerstiftung Weimar. Kontakt zum Kriminalpräventiven Rat unter (0 36 43) 76 22 26 bzw. Janna.deRudder @stadtweimar.de.