Ferienfreizeit soll kein Traum bleiben

PATEN GESUCHT: Bürgerstiftung Weimar und unsere Zeitung bitten um Unterstützung für die Ferienfahrt von Kindern aus dem Flüchtlingsheim

Weimar. Das Flüchtlingsheim plant gemeinsam mit der Evangelischen Jugend und der Landenberger Schule eine integrative Ferienfreizeit. Acht Kinder aus dem Flüchtlingsheim könnten an der sechstägigen Fahrt nach Braunsdorf in Ostthüringen teilnehmen. Doch ihre Eltern können die Teilnahmegebühr nicht aufbringen. Deshalb hat sich das Flüchtlingsheim nun mit der Bitte um Unterstützung an die Bürgerstiftung Weimar gewandt.

Gemeinsam mit unserer Zeitung sucht die Stiftung nach Paten, die mit 100 Euro pro Kind die Teilnahmegebühr unterstützen Die Teilnahme kostet 150 Euro. Einen Teil können die Eltern aufbringen, der Rest soll aus dem Kinder- und Jugendfonds der Bürgerstiftung bezahlt werden. Zu den acht Kindern gehört R. aus Afghanistan. Der elfjährige Junge kam vor einem Jahr mit der Familie seines Bruders von Afghanistan nach Deutschland. Er geht in die dritte Klasse der Grundschule und ist ein aufgeweckter, fröhlicher Junge, der gerne liest, im Sommer ins Freibad geht und Rad fährt.

R. stammt aus der Stadt Herat, wo er drei Jahre lang die Schule besuchte. Sein Vater war ein angesehener Mann im Dorf. Doch er mischte sich politisch ein, erhob seine Stimme, wenn die Bauern von den Taliban unter Druck gesetzt wurden. Diese Haltung wollten seine Gegner nicht dulden. Er wurde entführt und ermordet.

Auch R.s großer Bruder bekam Probleme, weil er sich an die Polizei wandte, damit die Schuldigen des Verbrechens bestraft würden. Die Angst vor der angedrohten Gewalt veranlasste die Familie zur Flucht. R.s Bruder nahm R., der durch den Tod seiner Mutter kurze Zeit nach der Entführung des Vaters zum Waisenkind geworden war, mit nach Deutschland. In Weimar hat R. Freundschaften geschlossen. Er lacht, spielt und hat Spaß an Ausflügen.

Auch der achtjährige M. aus Serbien würde gerne einmal in die Ferien fahren. Er ist das älteste von vier Geschwistern und ein begeisterter Fußballer. Er ist ein zurückhaltender Junge, dem das Lernen nicht immer leicht fällt. Doch er gibt sich große Mühe und geht gerne zur Schule, wo er viele Freunde hat.

M. kam mit seiner Familie vor zweieinhalb Jahren nach Deutschland. Seine Familie gehört der ethnischen Gruppe der Roma an, die in Serbien, wie in vielen anderen osteuropäischen Ländern, oft von der übrigen Bevölkerung abgeleht und diskriminiert werden.

M.s Familie wurde in Serbien beschimpft und bedroht. Nachdem das Haus einem Brandanschlag zum Opfer fiel, bei dem die Familie ihr Hab und Gut verlor, war sie gezwungen, sich am Rande einer Mülldeponie in einer illegalen Siedlung eine kleine Baracke als neues Zushause zu bauen. M. und seine Familie haben Bedrohungen und Gewalt erlebt. Als die Lebenssituation unerträglich wurde, entschied sich die Familie, ihre Heimat zu verlassen. Weimar ist M.s neues Zuhause.

Kontakt zu Doris Elfert von der Bürgerstiftung: 0174-1428259

TA / 18.7.2012