Diner Blanc huldigte französischer Lebensart auf Weimarer Rollplatz

Bis weit nach Mitternacht hielten die letzten Gäste aus. Einmal mehr zeigte das Diner Blanc sich in seiner fünften Ausgabe als überaus willkommene Variante, in kultivierter, doch lockerer Runde à la français miteinander ins Gespräch zu kommen, gemeinsam zu essen und zu genießen.

Ganz in Weiß dinierten die Freunde des Diner Blanc auf dem Rollplatz, musikalisch unterhalten von Linda Trillhaase auf dem Akkordeon mit französischen Weisen. Foto: Maik Schuck

Weimar. Warum sie zum dritten Mal dabei ist? Der kommunikativen Bianca Scherf gefällt die Tradition und die Möglichkeit, in geselliger Runde neue Leute kennenzulernen, "dieses Offene und dieses Spontane". Erstmals gab der zum Park-Platz gewandelte Rollplatz den charmant bereichernden Rahmen für dieses Fest ganz in Weiß. Linda Trillhaase stakste auf ihren langen Stelzen mit akrobatischer Leichtigkeit um die lang und länger werdende Tafel der zwischen Blumen und Garten-Installationen Dinierenden und bereicherte die Geselligkeit auf ihrem Akkordeon mit traditionellen Klängen der "Grande Nation".

Während im nahen Weimarhallenpark "very british" gefeiert wurde, gab auf dem Rollplatz die Trikolore den Ton vor. "Wir freuen uns jedes Mal darauf", sagt Doris Elfert, Vorsitzende der Weimarer Bürgerstiftung, welche das Diner Blanc gemeinsam mit den "Grünen Wahlverwandtschaften" veranstaltet. "Wie es euch gefällt" griff das Diner in diesem Jahr das Shakespeare-Motto auf und war damit auf dem gleichermaßen überschriebenen Park-Platz bestens aufgehoben. Damit erklärte Doris Elfert auch die auf dem ersten Blick unglückliche Überschneidung zweier attraktiver Leuchttürme im Weimarer Veranstaltungskalender, die von nicht wenigen bedauert wurde. Denn das Publikum musste sich entscheiden - entweder britische Konzertnacht oder französisch Parlieren. Allerdings zeigte die überwältigende Resonanz, dass keine der Veranstaltungen unter dieser Zeitgleichheit litt.

"Das Zusammensein ist das Wesentliche", unterstrich Anke Kretzer, stellvertretende Vorsitzende der "Grünen Wahlverwandtschaften". Die einzige Bedingung: "Ganz in Weiß sollten die Gäste gekleidet und die Tische eingedeckt sein." Sie hoffte "vor allem, dass das Wetter mitspielt". Und es spielte mit. Kein Regenguss trübte das Diner Blanc. "Dieser Platz könnte ganz anders aussehen", unterstrich Anke Kretzer mit Blick auf die zwischen den Miniaturgärten vergnügt feiernde Runde. Sie selbst hatte Zucchini-Schafskäsekuchen, Schnitzel und natürlich Baguette mitgebracht. Es war ein harmonisches Geben und Nehmen und des Austausches, - der Speisen, der Meinungen und der Ideen.

Erstmals war die Shakespeare-Gesellschaft getreu des ihres Namenspatrons entlehnten Mottos mit von der Partie. Sie seien von der Idee sofort begeistert gewesen, bekannte Birgit Rudolph aus der Weimarer Geschäftsstelle der Shakespeare-Gesellschaft. In anderen Städten habe sich das Diner Blanc als "größter Flashmob" eingebürgert, weiß Anke Kretzer, ein Platz werde besetzt, man finde sich für einige Stunden ein und verlasse den Platz, als sei nichts gewesen.

Christiane Weber / 15.07.14 / TLZ