"DINER BLANC" auf dem Goetheplatz

Doris Elfert, Eleonore Bleicher (Bürgerstiftung) und Robert Backe (Wahlverwandtschaften) organisieren das "Diner blanc". Foto: Stefanie Lachmann

Eine Verabredung zum festlichen Dinieren ganz in Weiß soll viele Weimarer am Samstag auf den Goetheplatz locken. Vom Nike-Tempel aus ist eine lange Tafel geplant, zu der alle Beteiligten beizutragen haben.

Weimar. Erneut hat eine Pariser Erfindung Weimar erreicht. Nach der "Fête de la Musique", der sich die Stadt nun schon einige Jahre lang anschließt, kommt es nun zum ersten "Diner Blanc". In der französischen Hauptstadt handelt es sich dabei um ein höchst geheimnisvolles Ereignis. Einmal pro Jahr wird via SMS und Zuruf zum konspirativen Picknick geladen, der Ort jeweils erst eine halbe Stunde zuvor bekannt. Inzwischen sind es bis zu 8000 Menschen, die sich dabei, von Kopf bis Fuß weiß eingekleidet, zum Diner treffen. Nachahmer fanden sich in ganz Frankreich und mehrmals auch schon in Deutschland.

 

Weitaus weniger konspirativ geht es in Weimar zu. Ort und Zeit sind rechtzeitig bekannt gegeben worden. Die Bürgerstiftung Weimar und der Verein Grüne Wahlverwandtschaften laden für 19 Uhr auf den Goetheplatz ein. Jeder, der sich auf diese besondere Begegnung einlässt, hat selbst einiges mitzubringen. Er sollte nicht nur weiße Kleidung tragen, sondern einen (Klapp-)Tisch und Stühle dabei haben, ferner eine weiße Tischdecke und weißes Geschirr sowie die für sich und seine Gäste bestimmten Speisen.

So könnte allmählich eine lange Tafel entstehen, die am Niketempel ihren Anfang nimmt und je nach Beteiligung bis zum Kasseturm reicht. "Es ist völlig unklar, wer und wieviele kommen", so Doris Elfert von der Bürgerstiftung. "Vielleicht werden wir zehn Leute sein, vielleicht auch hundert." Die Pariser Einwohnerzahl ins Verhältnis gesetzt, betrüge das Potenzial rund 200 Weimarer.

 

Das "Diner Blanc" wurde erfunden, weil Stiftung und der Verein verstärkt an die Öffentlichkeit treten wollen. Nach dem Motto "Alle an einen Tisch holen" geht es um Begegnung und Gespräche. Nicht zufällig wurde der Abend parallel zum grünenden Projekt "Park-Platz – Rollplatz" geplant. Und nach dem Diner bittet das mon ami 22 Uhr zum Freilichtkino: mit dem Film "Vatel"