Die Strahlkraft der Kunst

Begegnungsprojekt von Wielandschülern mit Zirkusgruppe aus Kambodscha

Was frühstücken die Kinder in Kambodscha ? Welche Sprache sprechen sie? Fragen über Fragen, mit denen sich die Schüler der Wielandgrundschule bereits intensiv auseinandersetzen. Denn gleich nach Pfingsten begrüßen sie mit Jugendlichen der Zirkusschule Phare Ponleu Selpak Gäste aus Kambodscha. Der Name der Schule bedeutet übersetzt: Strahlkraft der Kunst.

"Das ist für uns deshalb etwas ganz Besonderes, weil wir mit einer Gruppe aus Asien noch nie etwas gemeinsam gemacht haben", erinnert Dirk Wendelmuth vom Kinderzirkus Tasifan an Projekte mit Zirkuskindern aus Nicaragua, Kenia und Afghanistan. Wie bei diesen Begegnungen ebnete auch hier die Kinder-Kulturkarawane den Weg zu dem interkulturellen Zirkusprojekt. Auf dem viertägigen Programm stehen zwei Auftritte und von Tasifanos geleitete gemeinsame Workshops im mon ami.

Zur Philosophie der Kinder-Kulturkarawane gehört es, Kinder aus sozial schwachen Familien zu fördern. "Durch die Arbeit im Zirkus erfahren sie eine Förderung in der Persönlichkeitsentwicklung", erläutert Dirk Wendelmuth die Hintergründe der Initiative, die auch und vor allem die sozialen Kompetenzen der Teilnehmer stärken soll.

Gespannt ist er, wie die Kinder und Jugendlichen sich verständigen: Denn die 13 bis 17 Jahre alten Kambodschaner sprechen weder Englisch noch Französisch oder Spanisch, ausschließlich ihre Landessprache. Doch er vertraut darauf, dass die Zirkussprache international ist, die Verständigung mit Händen und Füßen funktioniert. Sechs Wochen lang sind die Kambodschaner auf Einladung der Kinder-Kulturkarawane in Deutschland und gastieren in Regie mit lokalen Kooperationspartnern in mehreren Städten.

Kleine Schwierigkeit im Vorfeld: Die Kambodschaner verwenden teils "sehr spezielle Requisiten", bei denen selbst Tasifan nicht aushelfen konnte. So wurden Balancierstühle aus Frankreich besorgt. In ihren Inszenierungen zeigen die jungen Artisten eine breite Palette ihres circensischen Könnens: Akrobatik, Jonglagen, Menschenpyramiden, Diabolo und Einradnummern. Untergebracht sind die elf kambodschanischen Jugendlichen und zwei Erwachsenen privat in Familien. Es gehört zum Konzept des internationalen Begegnungsprojektes, dass allen Wielandschülern Gelegenheit zum Mitmachen gegeben wird. Nicht alle sind jedoch artistisch aktiv, so gebe es beispielsweise auch eine kleine Schüler-Reportergruppe, welche die Erlebnisse in Wort und Bild festhält. Eingeplant sind auch Stadtrundgänge und ein Gartenpicknick.

Dirk Wendelmuth spricht das Prinzip einer gewissen Nachhaltigkeit an. Am Ende werden die Weimarer nicht nur wissen: Zum Frühstück wird in Kambodscha etwa Suppe mit Hühnchen gegessen oder Reis, gesprochen wird Khmer. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Kinder- und Jugendfonds der Weimarer Bürgerstiftung.

 

Öffentlicher Auftritt im mon ami am Donnerstag, 27. Mai, 19 Uhr