Bürgerstiftung Weimar stieß auf 10-jähriges Jubiläum an

Die Stifter feierten ihre wahr gewordene Vision von 2004. Die Veranstaltungsreihe "Reden über 10" wird gerade vorbereitet.

Mitglieder aus Vorstand und Stiftungsrat auf der Geburtstagsfeier: vorn Regina Lang, Doris Elfert und Eleonore Bleicher, dahinter Roland Vandreike, Rudolf Keßner und Katrin Katzung (jeweils von links). Foto: Maik Schuck

Weimar. Im weitesten Sinne eine politische Veranstaltung ist diese Bürgerstiftung durchaus, eine parteipolitische nicht. Und doch war es nicht allzu weit hergeholt, als der Landtagsabgeordnete Carsten Meyer (Die Grünen) die Stiftung am Samstag ein wenig im bürgerlichen Lager verortete, dem sich seine Partei in Teilen auch zurechnet. Die Bürgerstiftung wie auch die Grünen folgen laut Meyer einem liberalen Prinzip: "Der Staat soll nicht alles, kann nicht alles und will nicht alles machen."

Meyer war beileibe nicht der einzige Weimarer Grüne, der vor nunmehr zehn Jahren zu den 27 Gründungsstiftern stieß. Auch Petra Streit und Sigrun Lüdde, Rudolf Keßner, Hans-Joachim Heuzeroth und Anselm Graubner waren und sind dabei.

Andererseits ließ sich aber auch ein Norbert Schremb vom nur eineinhalb Monate zuvor gegründeten Weimarwerk-Bürgerbündnis damals nicht lumpen. Indes dauerte es bis vergangenen Dezember, bis ein CDU-Mitglied die Stiftung für sich entdeckte: die Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann .

Alles in allem unpolitisch, dafür sehr fröhlich feierte die Stiftung im "Loft" ihr Jubiläum. Nach gutem Essen, Getränken und Gesprächen stieß man indes passenderweise erst Punkt 10 Uhr abends darauf an.

Vorstandschefin Doris Elfert präsentierte den Gästen zu dieser Stunde eine Geburtstagstorte von Konditor Stephan Rose, auf der das einst von Walter Sachs entworfene Stiftungslogo nicht fehlte. Als Elfert bat, die zehn Kerzen gemeinsam auszupusten, rief Stifter Joachim Faßnacht (Haar-Stiftung) nicht von ungefähr: "Mach du das, Doris, du hast die größte Puste!"

Bei dieser spontanen Würdigung sollte es nicht bleiben. Doris Elfert kam nicht umhin, sich auch selbst feiern zu lassen: für ihre Vision, ihren Einsatz, ihr Durchhaltevermögen, eben für ihre Puste. "Sie ist das Herz unserer kleinen Bürgerstiftung", rief die Vorsitzende des Stiftungsrates, Regina Lang.

Hoffen auf neue Stifter und Spender

Lang formulierte eine zwiespältige Bilanz. Sie habe 2004 gedacht: "Die Bürger werden uns die Bude einrennen." Das war "eine totale Fehleinschätzung", obwohl es jetzt 105 Stifter gibt. Zugleich habe sie nicht erwartet, dass sich die Stiftung auf der Projektebene so rasant entwickeln würde. Inzwischen sprechen Ehrenamtsagentur, Kinder- und Jugendfonds, Handicap-Fonds, Freiwilligentage oder "Weimars gute Nachbarn" eine recht deutliche Sprache.

Die Grußworte auf der Feier waren gleichsam auch der Auftakt für eine Veranstaltungsreihe zum Jubiläum: "Reden über 10" soll sie heißen. Sie wird dieser Tage zusammengestellt.

Aus den eigenen Reihen kam am Samstag auch die Musik: Sängerin Stefanie Lachmann, die mit Wiebke Wagner für die Ehrenamtsagentur arbeitet, trat mit DJ Dirk als "JustBrill! Die Band ohne Band" auf. Ihr Programm eröffnete sie doppeldeutig und augenzwinkernd mit dem berühmten Musicallied "Big Spender". Auf neue Stifter und Spender hofft die Stiftung schließlich weiterhin.

Michael Helbing / 27.01.14 / TA