Bürgerstiftung Weimar organisiert Filmfestival für Aktion Mensch

Monica und David: Ein US-amerikanischer Dokumentarfilm über ein Ehepaar mit Down-Syndrom zur Eröffnung

Monica und David heiraten. Die Zeremonie ist romantisch. Dass die junge Frau und ihr Freund sich das Jawort geben, ist außergewöhnlich: Beide haben das Down-Syndrom, und Menschen mit dieser Behinderung heiraten selten. Die Cousine der Braut, Alexandra Codina, hat 2009 einen Film über das erste Ehejahr der beiden gedreht.

Weimar. Mit "Monica und David" wird am 7. April das Filmfestival "ueber Mut" im kommunalen Kino Mon Ami eröffnet.

Als deutsche Erstaufführung sind bis 20. April in Weimar zehn internationale Dokumentar- und Spielfilme zu sehen: ganz unterschiedliche Heldengeschichten von Menschen, die unsere Gesellschaft verändern oder ihre Träume leben wollen.

"ueber Mut" ist das vierte bundesweite Filmfestival der Aktion Mensch. Es findet seit vergangenem November ein Jahr lang in 100 deutschen Städten statt. In Weimar ist dafür die Bürgerstiftung als lokaler Veranstalter verantwortlich, zusammen mit dem Lebenshilfewerk Weimar/Apolda und weiteren 17 lokalen Partnern.

Die Schirmherrschaft fürs Weimarer Festival übernahm Schauspieler Thomas Thieme. "Jede kleine Kachel im Lebenshilfeladen Am Palais in Weimar zeugt von eigenwilligster Kreativität", erklärt er im Grußwort. "Es geht im Umgang mit diesen Künstlern auch mit den sogenannten Wohnsitzlosen nicht darum, für ihre Akzeptanz als Menschen und Künstler zu bitten, sondern diese lautstark, übermütig einzuklagen. Sie brauchen nicht unser Mitleid, sie sind wer, sie haben das Recht auf unsere Anerkennung." Damit auch Menschen mit Behinderungen die Vorstellungen besuchen und alle Details erfassen können, wird das Festival barrierefrei gestaltet. Sämtliche Kinos sind rollstuhlgeeignet. Für Hörgeschädigte und Sehbehinderte stehen Untertitel und Audiobeschreibungen zur Verfügung. Drei Filme sind zusätzlich für Zuschauer mit Leseeinschränkungen synchronisiert. Nach jeder Vorstellung gibt es im Kino Mon Ami ein Publikumsgespräch, in dem Fragen gestellt und Eindrücke geteilt werden können.

Zur Eröffnung am 7. April findet 18 Uhr ein "Uebermut-Markt" statt, bei dem sich die Filmpartner des Festivals präsentieren. Zudem tritt der "Regenbogen" -Chor des Lebenshilfewerks auf, bevor 19 Uhr "Monica und David" zu sehen ist.

Einen Trip durch die neue Leistungsgesellschaft beschreibt der deutsche Spielfilm "Eine flexible Frau" (8. April). Anschließend gibt es ein Filmgespräch mit der Regisseurin Tatjana Turanskyj. Britische Intellektuelle im Altersheim begleitet die Dokumentation "Die Zeit ihres Lebens" (10. April). "Fritz Bauer Tod auf Raten" erzählt von einem Juristen, der in den 1950er und 1960er Jahren die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Deutschland vorantrieb und unter bis heute ungeklärten Umständen starb (15. April). Und zum Finale am 20. April wird der Film "Rainbow Warriors" gezeigt, in dem Öko-Aktivisten auf die Einsätze des legendären Schiffes von Greenpeace zurückblicken.