Apoldaer Bürgerstiftung sucht Geldgeber

Eine Apoldaer Bürgerstiftung nach Weimarer Vorbild - die Pläne sind nach wie vor aktuell. Allerdings lassen sie sich nicht so schnell in die Tat umsetzen, wie ihre aktiven Vordenker sich das dachten.

Christina Spannaus (Mitte) während einer Gesprächsrunde zwischen "Engagement für Apolda versprühen", dem Netzwerk Meilensteine und der Bürgerstiftung Weimar. Foto: Thomas Müller

Apolda. Eine Apoldaer Bürgerstiftung nach Weimarer Vorbild - die Pläne sind nach wie vor aktuell. Allerdings lassen sie sich nicht so schnell in die Tat umsetzen, wie ihre aktiven Vordenker sich das dachten. Das bestätigte Christina Spannaus, die Vorsitzende des Vereins "Netzwerk Meilensteine".

Hauptsächlich zwei Dinge sind es, die vorangetrieben werden müssen: Zum einen die Arbeit am Konzept und zum anderen das Finden von Gründungsstiftern. Immerhin sind 25.000 Euro für den Start notwendig und kein Cent weniger. Doch wenn Unternehmen sich beteiligen wollen, so Christina Spannaus, so wollen die vorab auch ein Konzept sehen. Genau das ist die Phase, in der man sich jetzt befinde. Dabei könne man aber nicht einfach das Weimarer Konzept kopieren, weil das in Apolda nicht fruchten würde. Apolda hat nun einmal andere Voraussetzungen als etwa Weimar oder Jena. "Sich Ideen zu holen, ist völlig in Ordnung", so Spannaus.

Die Stiftung als eine Art Verteiler und Verstärker von Hilfsangeboten könnte eine Säule des Konzeptes sein. Könnte, nicht muss, machte Spannaus deutlich. Zur Erinnerung: Im Mai trafen sich 15 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, um über die Idee einer Stiftung zu beraten - mit durchaus positivem Ergebnis. Beim Folgetreffen im September saß man dann zu dritt da. Im November waren es wieder sieben Interessierte und Christina Spannaus kann heute einschätzen, dass sich da ein "harter Kern" herausbildet.

Übrigens: Selbst wenn ein Konzept auf dem Tisch liegt und selbst wenn die Gründerstifter das Kapital beisammen haben, ist man immer noch am Anfang. Denn Stiftungen leben nicht vom Kapital, sondern vom Ertrag desselben. So heißt es, einen langen Atem bewahren. Der einzigen erfolgreichen Stiftungsgründung seit der Wende, der Ramthor-Stiftung, stehen auch mindestens zwei gescheiterte Versuche entgegen: Die Hoppe-Stiftung kam ebenso wenig zustande wie die Stiftung Ordensburg Liebstedt, obwohl gerade bei letzterer sich ein Stiftungszweck klar abgrenzen ließ.

Christina Spannaus und ihre Mitstreiter wollen nicht aufgeben. Dazu ist später immer noch Zeit. Im März will man sich erneut in Sachen Konzept zusammensetzen.

Klaus Jäger / 20.12.12 / TA