Anschleichen und töpfern: Indianercamp am Papiergraben Weimar

Leben und lernen wie Indianer: Das konnten alle Kinder beim Feriencamp in Weimar. Foto: Maik Schuck

Viele bunte Zelte, Indianerschmuck auf dem Weg und Kinder mit Indianerschminke im Gesicht: Dieses Bild bekommt die Station am Papiergraben in den Sommerferien. Seit es den Ferienpass gibt, können 20 Kinder zwischen sieben und elf Jahren vier Tage lang Indianer sein.

Ein Glockenschlag - alle Kinder rennen in die Kochecke. Jetzt gibt es Mittagessen. Wer ist heute fürs Tischdecken verantwortlich? Neben der Kochstelle hängt ein Plan. "Wir wollen, dass die Kinder als richtige Indianer in ihrem Stamm auch ein paar Aufgaben bekommen und lernen, Verantwortung zu übernehmen", sagt Katrin Glätzner, Hauptorganisatorin des Indianercamps. Vier Betreuer sind es, die sich von Dienstag bis Freitag rund um die Uhr um die kleinen Indianer gekümmert haben. Sie sind teilweise Mitglieder des Familienzentrums, aber auch Studenten und Honorarkräfte.

Durch den Wald pirschen, in der Ilm baden und in Zelten übernachten - der Ferienbeginn könnte nicht abwechslungreicher sein. Das ist auch der Grund, warum die Anmeldeliste nach einer halben Stunde meist schon voll ist. Katrin Glätzner genießt das Camp jedes Jahr aufs Neue:"Die Kinder sind mit so viel Spaß und Energie dabei, es ist jedes Jahr eine ganz neue Bereicherung."

Am Dienstag wurden die Kinder erstmal in Indianer verwandelt. Es wurden Überhänge und Kopfschmuck gebastelt. Abgeschlossen wurde der erste Tag mit einer Nachtwanderung. In den nächsten Tagen wurde getöpfert und auch ein Tipi gebaut. Natürlich durfte ein Lagerfeuer nicht fehlen. Das war der perfekte Abschlussabend, bevor in den Morgenstunden des letzten Tages die große Indianerprüfung stattfand. Anschleichen, einen Fluss überqueren, Bogen schießen und Zeichensprache - das ist es, was die kleinen Indianer jetzt können. Katrin Glätzner ist schon wieder ein bisschen traurig, dass die Zeit vorbei ist:"Es war wirklich wieder wunderschön."

tlz, 30.7.2012

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