Ambitionierte Geldanlage

Kurz vor dem Jahreswechsel hat die VR Bank ihr Kapital in Weimars Bürgerstiftung erhöht

Das schöne an Stiftungen: Sie können ihren Stiftungszweck aus den Zinsen ihres Kapitals finanzieren. Das Beschwerliche daran: Bis dahin ist der Weg weit. Einen großen Schritt nach vorn durfte jetzt die Bürgerstiftung Weimar machen. Mit der letzten Zustiftung des Jahres nähert sie sich ihrem ersten Etappenziel von 200 000 Euro: Die 10 000 Euro, die die VR Bank noch vor Jahreswechsel überwies, überspielen allerdings, dass das zurückliegende Jahr bis vor ein paar Tagen hinter den Erwartungen der Vorstandsvorsitzenden Doris Elfert zurückblieb. Lange sah es so aus, als verharre der prozentuale Zuwachs im unteren zweistelligen Bereich. In Bewegung kam er erst in den letzten Wochen. Nun kann bilanziert werden, dass das Konto 2010 um etwas mehr als 17 000 Euro angewachsen ist.

Kaum vermag professioneller nachzuvollziehen, welche Bedeutung ein dickes Finanzpolster hat, als Leute, die an der Quelle sitzen: "Mehr Kapital in den Stiftungsfonds" zu holen, sei absolut wichtig, betonen unisono die beiden Vorstände der VR Bank, Manfred Roth und Martin Wagner.

Die Bürgerstiftung lässt sich in der Anlage ihres Kaptials auf keine Risiken ein. Man gehe defensiv vor, so Michaela Schenk. Wenn es gut läuft, springen 3.5 Prozent Zinsen raus. Kein zu verachtendes Sümmchen, aber effektiv noch zu wenig, um all die ambitionierten Vorhaben zu finanzieren, weswegen man auf zusätzliche Projektförderung und Spenden angewiesen ist.

Mittlerweile stehen 90 Namen auf der Liste der Stifter. Bei 65 000 Einwohnern sehe sie da noch viel Potenzial, verleiht Stiftungsrats-Vorsitzende Regina Lang ihrer Hoffnung Ausdruck, die Bürgerstiftung werde sich im nächsten Jahr wieder stärker im Bewusstsein der Weimarer verankern. Allerdings zeichnet sich Weimar im Vergleich mit den arrivierten Bürgerstiftungen der alten Bundesländer vor allem dadurch aus, dass das Gros der Stifter tatsächlich private Bürger sind, statt Unternehmen, was auch eine Erklärung für die kleinen Schritte sein mag, in denen das Kapital wächst.

Die VR Bank ist seit 2008 Stifterin. Mit der aktuellen Spende liegt ihr Anteil an den Einlagen bei nunmehr 15 000 Euro. Darüber hinaus steht Manfred Roths Name auch auf der Liste der privaten Sitfter.