Ortsteilspaziergang in Weimar-Nord

im Rahmen der Reihe „15 Jahre Bürgerstiftung“

Bei schönstem Spätsommerwetter versammelten sich am Sonntag, den 15.9.19, die 22 „Spaziergänger“ auf dem Platz der ehemaligen Viehauktionshalle. Nach der Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Weimar, Doris Elfert und dem neuen Ortsteilbürgermeister, Olaf Merzenich, übernahm Peter Zeh die Führung.

Statt einem Erinnerungsort für ein Denkmal der Thüringer Industriegeschichte, der „Viehauktionshalle“, eine wild wuchernde Grünfläche - statt einem restaurierten Gebäude, die Ruinen der Hetzerhallen. Hier erinnert nur eine Gedenktafel, versteckt hinter Büschen, an Karl Friedrich Otto Hetzer, der als Zimmermeister mehrere heute noch anerkannte Patente erhielt.

Peter Zeh, in Weimar Nord aufgewachsen, erzählt eindrücklich und kenntnisreich von den Besonderheiten des Ortsteils. Von der Expo 2000 über die Entwicklung des Stadtteils und des Plattenbaus mit vielen neuen Wohngebieten und der Naturschönheit in Richtung Ettersberg. Auch hier, wie schon in Weimar West, überrascht der Stadtteil mit einem kleinen Naturtheaterplatz, mit viel Grün und beschaulichen, ruhigen Spazierwegen. Viel wurde und wird gebaut, um den steigenden Bedarf an Wohnraum für Seniorinnen und Senioren, aber auch junger Familien, zu decken.

Der Spaziergang endet im Jugendclub Nordlicht, der mit Ehrenamtlichen die Gäste bewirtet. Ein kurzer Film über Wanderwege am Ettersberg zeigte noch mal eindrücklich die Vielfalt des Ortsteils Weimar Nord.

Die gesammelten Spenden der Gäste über 91,33 Euro kommen den Kindern und Jugendlichen des Nordlichts zugute.

Wir danken allen Mitwirkenden herzlich für diesen informativen und schönen Spaziergang.

Nächster Ortsteilspaziergang: "Innenstadt", Samstag, 26. Oktober, 14.00 Uhr

Weimar-Nord im Wandel der Zeit

Termin: 15. September 2019
Start: 11.00 Uhr, Marcel-Paul-Straße, Platz der ehem. Viehauktionshalle
Ende: ca. 13.00 Uhr, Mittagsimbiss im Jugendclub Nordlicht e.V.
Spende an: Jugendclub Nordlicht e.V.
Führung: Herr Zeh

Im Gegensatz zu allen anderen Ortsteilen verfügt der Ortsteil Weimar-Nord über keine lange Tradition, sondern entstand erst in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Beginn des staatlichen Wohnungsbaus der DDR. Von wenigen Industrieansiedlungen und den „Lützendorfer Kasernen“ abgesehen, war der Bereich nordwestlich des Hauptbahnhofs bis zu diesem Zeitpunkt ein von Feldern und Gartenanlagen geprägtes Gebiet.

Wie vielerorts entstand in Weimar-Nord zunächst eine Art „Plattenstadt“. Unter dem Titel „Umbruch als Chance zum Umbau – nachhaltige Stadtentwicklung für das 21. Jahrhundert“  war Weimar-Nord ein Projekt der EXPO2000. Bis zum heutigen Zeitpunkt entwickelte sich aus einer „Schlafstadt am Rande Weimars“ ein moderner Ortsteil, der nahezu 6.000 Einwohnern ein lebenswertes Zuhause und ein attraktiv und vielseitig gestaltetes Umfeld bietet.

Der Rundgang soll mit ausgewählten Orten (Güterbahnhof, Hetzerhallen, Kindereinrichtungen, Schulen, Sport- und Spielstätten, Verkaufseinrichtungen) bekannt machen, zugleich aber auch die aus seiner Lage zwischen Kernstadt und Buchenwald resultierenden Fragen beleuchten. Mit einem kleinen Videovortrag zu angrenzenden, historisch beachtenswerten Orten (NSG Südlicher Ettersberg, Marienhöhe, Kaiserlinden, Gedenkweg Buchenwaldbahn) soll die Veranstaltung enden.