Umfrage zum Ehrenamt in Thüringen

Ehrenamtliches Engagement ist in Thüringen offenbar nicht nur ein Thema in Sonntagsreden.

 

Nach der Umfrage der Weimarer „aproxima Agentur für Markt- und Sozialforschung“ für die Bürgerstiftung Weimar ist derzeit jeder Fünfte erwachsene Thüringer ehrenamtlich aktiv, weitere 16 Prozent planen es zu werden.

Schon jetzt profitiert von dem unendgeldlichen Einsatz vor allem der soziale Bereich. 33 Prozent der befragten Ehrenamtlichen gaben an, hier ihre Freizeit zu verbringen. Auf Ehrenamtliche bauen können der Umfrage nach auch die Bereiche Kultur und Musik (31 Prozent), sowie Sportvereine (26 Prozent).

Wer sich ehrenamtlich engagiert, tut dies offenbar aus überzeugung: 42 Prozent der Befragten gaben an, in mehr als einem Bereich aktiv zu sein. Der Umfrage zufolge gibt es außerdem einen Zusammenhang zwischen Ehrenamt, Schulabschluss und Einkommen. Mit höherer Schulbildung und höherem Haushaltseinkommen steigt die Bereitschaft zum freiwilligen Einsatz.

Die überwiegende Mehrheit der Ehrenamtlichen in Thüringen ist 40 Jahre und älter. In der Altersgruppe der über 65-jährigen sind es noch 15 Prozent und damit doppelt so viele, wie in der Gruppe der 18- bis 29jährigen.

Die Bürgerstiftung Weimar sieht hier eine weitere Herausforderung für ihre geplante Ehrenamtsagentur. Die Agentur will Orientierungs- und Anlaufstelle sein. Sie könnte eine Chance sein, um Jüngere für das Ehrenamt zu gewinnen und ältere zu halten. Der Umfrage von „aproxima“ zufolge waren 29 Prozent der befragten Thüringer schon einmal ehrenamtlich aktiv. Ihr Rückzug lässt sich möglicherweise durch Enttäuschung oder innere Müdigkeit erklären – Gründe, die nach Ansicht der Bürgerstiftung nicht zwingend sein müssen. Die Ehrenamtsagentur will Freiwillige ziel- und punktgenau mit denjenigen Einrichtungen zusammenbringen, in denen ihre persönliche Fähigkeiten optimal zum Tragen kommen. Ziel ist es außerdem, die Beteiligten in Konfliktfällen zu beraten.